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Rhododendron: Auf der dunklen Seite der Pracht

25. Mai 2016

In Großstadtgärten gibt es viele schattige und halbschattige Bereiche. Wer diese farbenprächtig und abwechslungsreich gestalten will, greift häufig auf einen großen Klassiker der Gartengestaltung zurück: den Rhododendron. Der genügsame Strauch ist vielseitig einsetzbar und trägt zu einem ruhigen, kompakten Bild im Außenbereich bei.

Waren Sie schon einmal in einer richtigen Rhododendronschlucht? Dann fahren Sie doch am Wochenende einmal zum Forstbotanischen Garten im Kölner Süden oder in den Essener Grugapark – und staunen Sie, wie eine einzige Pflanzenart so verschiedene und faszinierende Welten hervorbringen kann. Denn es gibt wohl 1500 Rhododendronsorten auf der Welt: kleine Kissen von einem halben Meter und Giganten, die mehrere Meter hoch werden. Sie tragen knallbunte Blüten in weiß, rot, lila, dunkelviolett, bei neueren Arten sogar gelb, manche gesprenkelt, manche stern-, andere eher glockenförmig. Sie haben die verschiedensten Blätter: lanzettförmig oder breit, behaart, dunkel- oder mittelgrün, einige werfen das Laub teilweise ab, die meisten behalten es das ganze Jahr über. Der Blütenreigen beginnt bereits im März und zieht sich bis in den Juni.

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Farbe und Struktur im Garten

Diese Vielgestaltigkeit ist einer der großen Trümpfe des Rhododendrons. Seit Jahrzehnten verkauft er sich bei Dinger’s, wo etwa hundert verschiedene Züchtungen stehen, gleichbleibend gut. Er kommt nie aus der Mode und erfüllt zuverlässig seine Aufgabe: das Beste aus einer schattigen Lage zu machen. Denn kaum eine Pflanze blüht so farbenprächtig, ohne gleich die sonnigsten Plätze zu beanspruchen. Mancher Kunde stellt sich daher seine eigene kleine „Blütenschlucht“ zusammen: Rhododendren verschiedener Formen und Blütenfarben, die den Vorgarten oder Garten für viele Wochen in ein Blütenmeer verwandeln können.

Aber auch sonst bietet die Pflanze Vorteile. Weil sie (bis auf einige wenige Azaleensorten) immergrün ist, trägt sie das ganze Jahr über Farbe in einen Garten. Die kompakte, fast kugelige Form wirkt ausfüllend und strukturbildend, deshalb ist der Rhododendron an Grundstücksrändern beliebt, auch als Bepflanzung vor höheren Sträuchern und Bäumen oder um Solitäre herum. Er harmoniert mit vielen anderen Pflanzen; besonders spannend wirkt die Kombination mit einem japanischen Ahorn. Dieser ist filigran gebaut und ragt grazil zwischen den Büschen hervor, seine schlanken, spitzen, oft rötlichen Blätter geben einen perfekten Kontrast zu den dunklen Massiven.

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Kontraste schaffen Spannung

Gartenliebhaber können auch sonst gut mit Rhododendren arbeiten: die Kontraste locker/kompakt, hell/dunkel, hoch/breit funktionieren gut und ergeben sehr anregende Ergebnisse zum Beispiel mit Kalmien (die direkt im Anschluss blühen), Hortensien, Blumenhartriegel und natürlich Nadelgehölzen, allen voran Kiefern. Sehr gut macht sich der Strauch auch in den hinteren Bereichen eines Heidegartens.

Dort profitiert er vor allem von den sauren Böden. Denn der Rhododendron bevorzugt kalkarmes, sandiges Milieu, das in Köln vor allem rechtsrheinisch zu finden ist. Die Löss- und Lehmböden im Linksrheinischen und das harte Leitungswasser verträgt er schlechter, daher ist es wichtig, mit Rhododendronerde und Langzeitdünger nachzuhelfen. Nadelspreu und Eichenlaub helfen den Boden zu säuern. Seit etwa 20 Jahren gibt es aber auch kalktolerante Rhododendron Gruppen wie Inkarho. Bei dieser Züchtung lassen sich beinahe alle Farbwünsche erfüllen. Daneben überzeugen Inkarho’s mit duftenden Arten und interessanten Farben und Sprenkelungen.

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Die Vielfalt macht‘s

Kunden schätzen die große Vielfalt – und suchen nach Farbe, Höhe und Standortvorliebe aus: die behaarte „Yakushimanum“ welche wesentlich kleinblättriger sind, die gelbliche „Flava“ und die duftende „Lavendula“ vertragen Sonne und stehen oft in Steingärten. „Radicans“ und „Keleticum“ wachsen niedrig und kissenartig. Die „Praecox“ blüht als erste, und die nach unserem Seniorchef benannte Sorte „Gunter Dinger“ ist eine der spätesten Blüher. Die meisten lassen sich leicht in Töpfen halten und eignen sich für den Einsatz auf Terrasse und Balkon. Manche gibt es auch als Hochstamm, ganz wie ein kleines Bäumchen. Damit die Blütenpracht nicht nachlässt, empfiehlt es sich, welke Blüten herauszudrehen und damit die Samenproduktion zu unterbinden.

Rhododendron-Gunter Dinger


Die Azalee ist aus botanischer Sicht ebenfalls ein Rhododendron. Diese ist etwas kleiner gebaut, hat kleinere Blüten und ist teils laubabwerfend.
Was nur wenige wissen: Blüten von Rhododendron und Azalee werden bevorzugt von Hummeln bestäubt! Damit erfüllen sie eine wichtige Rolle für das ökologische Gleichgewicht, denn Hummeln sind zunehmend bedroht und finden in unseren Gärten nur selten die passende Speise.

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