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Vor Ort – Service mit Wachstum

27. September 2016

 Seit drei Jahren bietet Dinger’s seinen Kunden an, ihre Gärten, Terrassen und Balkone vor Ort zu bepflanzen. Was als gelegentliche Serviceleistung begann, hat sich zu einem Zukunftsgeschäft entwickelt – mit immer weiter steigender Nachfrage. Und es sind durchaus nicht nur ältere Menschen, sondern zunehmend Berufstätige, die den Service nutzen. Weil sie nur wenig Zeit haben, verlassen sie sich immer öfter auf Profi-Gärtner mit Erfahrung, Leidenschaft und einem grünen Händchen.

Köln ist ein recht spezielles Pflaster für Gartenfachleute. Richtige Gärten, wie ich sie als Kind kannte, sind in der Millionenstadt eher die Ausnahme. In der Innenstadt finden wir meist Balkone oder kleine Hinterhofgärten vor, die manchmal den ganzen Tag über im Schatten liegen. Sonnig sind eher die Dachterrassen, die derzeit überall neu entstehen, selbst im Altbaubestand. Viele Kunden von uns leben auch im Kölner Westen – hier gibt es zwar mehr Eigenheime mit eigenem Grundstück. Aber auch hier wird immer dichter gebaut. Der Boden ist teuer und manchem bleibt neben seiner Terrasse nur noch einen schmalen Grünstreifen zur Gestaltung frei.hjk

Aus wenig Licht und wenig Platz viel herausholen

Wir müssen also meist mit wenig Licht und wenig Platz auskommen. Unsere Kunden wünschen sich – neben Sichtschutz – vor allem einen Ganzjahresgarten, der zu allen Jahreszeiten gut aussieht und nur wenig Pflege erfordert. Deshalb setzen wir in den meisten Fällen winterharte, robuste Pflanzen ein. Wir achten darauf, dass der Kunde seinen Geschmack schon im ersten Beratungsgespräch einbringt. Manche kommen uns dafür im Gartencenter besuchen, so dass sie sich bei der Gelegenheit schon einmal umsehen können und vielleicht ihre Lieblingspflanzen aussuchen. Andere rufen lieber an.

Vor Ort bin ich mein eigener Chef. Ich plane und organisiere selbst – und fahre immer persönlich zu den Kunden. Denn nur wenn ich eine eingehende Besichtigung mache, kann ich die passende Bepflanzung auswählen. Die Ideen präsentiere ich den Kunden dann wieder im Gartencenter, wo ich meine Auswahl zusammengestellt habe. Wenn wir auf diese Art eine gemeinsame Vorstellung davon entwickelt haben, wie die Fläche gestaltet werden soll, vereinbaren wir einen Termin für die Anlieferung und Bepflanzung.

Sobald ich einen Garten sehe, habe ich eine Idee im Kopf. Vor meinem geistigen Auge entstehen Pläne und Ansichten; ein regelrechtes Vorher-Nachher-Kino spult sich da ab. Wenn wir dann zur Tat schreiten, nehme ich meistens meinen Kollegen Lukas Brockmann mit, der bei uns gerade seine Ausbildung absolviert hat. Zu zweit packen wir Kübel, Erde und Pflanzen ein und machen uns an die Arbeit. Es ist immer wieder ein wunderbares Gefühl, mit beiden Händen in die kühle Erde zu greifen und loszulegen. Manche Kunden sind gerne dabei, geben Anregungen und stellen Fragen. Und manchmal entdecken sie bei der Gelegenheit sogar ihre eigene Liebe zum Gärtnern!dsc_9353

Promi-Balkone und Weihnachtsbäume

Es ist aber nicht immer so, dass die Kunden alle meine Vorstellungen teilen. Manche ändern auch ihre Meinung oder äußern Zusatzwünsche. Deshalb nehme ich immer mehr Pflanzen mit, als ich brauche. Manchmal funktioniert das ganz großartig, zum Beispiel, wenn der Kunde mitauswählt, sich in eine Pflanze verliebt und sich bereits ausmalt, was wohl der Nachbar sagen wird. Es gibt aber auch Wünsche, die einfach nicht durchführbar sind, etwa, weil der Boden nicht tief genug ist oder die Lichtverhältnisse ungünstig sind. Und wenn ein Promi (davon gibt es ja in Köln recht viele) überzeugt ist, dass wir ihm zuliebe das Unmögliche möglich machen sollen, dann ist es nicht immer leicht ihm zu erklären, dass wir das zwar gerne täten, aber die Natur nun mal für ihn keine Ausnahme macht.

Ich übe meinen Beruf seit beinahe dreißig Jahren aus und liebe ihn wie am ersten Tag. Das liegt auch an solch abwechslungsreichen Tätigkeiten wie dem Vor-Ort-Service: Wir sind von März bis Juli praktisch ununterbrochen unterwegs. Wenn die Saison ruhiger wird, rücken wir häufiger zur Pflege bestehender Gärten aus. Und in der Adventszeit stellen wir auch Weihnachtsbäume auf. Die Uniklinik zum Beispiel ordert jedes Jahr einen Baum von sechs Meter Höhe – das ist schon eine tolle Herausforderung. Wir werden sicher weiter in diesem Bereich wachsen. Seit wir vor drei Jahren den Service fest eingeführt haben, sehen wir, wie steil er sich entwickelt: Allein von 2014 auf 2015 haben sich die Aufträge verdoppelt! Wir werden sicher in der nächsten Zeit noch zwei bis drei Leute mehr im Service gebrauchen.

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1 Kommentar

  • Antworten Aysen Ritzauer 20. Mai 2018 at 11:31

    Guter Artikel. Genauso habe ich Herrn Hermjohannknecht empfunden. Ich habe ihn zufällig bei Dingers Gartencenter kennengelernt. Ich bin ein eine Naturliebhaberin,, liebe Blumen, Pflanzen und Gärten in aller Formen. Da ich Südländerin bin, habe ich schon als Kind von Gartenarbeit viel mitbekommen. Bei uns hatte fast jede einen großen Garten sogar Guts. So durfte ich schon als ganz kleines Kind draußen in der Natur sein und alles erkunden, was die Natur anzubieten hatte, Bäume zum Klettern, Felsen zum Ersteigen, Bäche zum Spielen, Tiere zum Beobachten., Gemüse und Früchte zum schmecken. Wir hatten noch das Glück als Familie mit zwei Töchtern, eine davon wurde in Hong Kong geboren, über 8 Jahren in Asien zu leben. Es gab mir die Gelegenheit asiatische Natur und ihre Vielfalt kennenzulernen. Da wir in noch Süd/Korea, Seul über 3 Jahren gelebt haben, habe ich die Chance bekommen, koreanische Gärten zu erfahren. Ich habe sogar bei einer Koreanischen Blumen Designerin eine Weiler Blumenbinden und gestalten gelernt. Wir wohnten in einem toskanischen Haus mit zum Teils toskanischen Zedern als auch mit viel koreanischen Nadelbäumen und Steinen, ja fast wie kleinen Felsen gewohnt. Um das Haus herum waren viele Wanderwege, Hügeln und Berge. Mit Herrn Hermjohannknecht haben wir nun einen Ginkobaum, ein paar japanischen Fächerahorn und natürlich Thuya, Zedern und aller wichtigste viel Bambus in den Garten reingesetzt! Unsere Arbeit ist nicht zu Ende. Ich freue mich auf die Erweiterungspläne- Ideen mit Herrn Hermjohannknecht!

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