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So geht Frühling mitten im Winter

31. Januar 2017

Frühblüher kann man einfach nicht übersehen. Draußen sind sie die Schönwetterboten, die mit ihrer Farbenpracht die warme Jahreszeit für alle sichtbar ankündigen. In manchen Jahren geht es mit den Schneeglöckchen schon im Januar los; auch die Winterlinge lassen sich nicht lange bitten. Wenn allerdings nackter Frost regiert, so wie in diesem Jahr, dann hilft ein Gang ins Gartencenter. Da stehen nämlich bereits Narzissen, Tulpen, Hyazinthen und Veilchen in voller Blüte – eine Farbdusche, die für gute Stimmung zuhause sorgt.

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Diese Saison ist übrigens so früh gestartet wie noch nie: Schon vor Weihnachten waren die ersten Frühlingsblumen lieferbar. Das milde, trockene zweite Halbjahr 2016 machte es möglich –zum Jahreswechsel stand eigentlich jede gängige Pflanze parat. Das Sortiment ist mittlerweile vollständig: große, bunte Gänseblümchen, Lenzrosen, Primeln und Becherprimeln, Stiefmütterchen und ihre kleinen Schwestern, die Hornveilchen, bereichern die Baumschule. Hinzu kommen Raritäten wie Schneestolz, Schachbrettblumen, Kaiserkrone, besondere Züchtungen und Hybride – etwa ausgefallen geformte Narzissen oder gelbe und lachsfarbene Hyazinthen.

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Man kann nichts falsch machen

Heute läuft die Saison in milden Wintern praktisch durch; kaum sind die Weihnachtsbäume verkauft, erobert das Frühlingssortiment die Hallen. Richtige Winterpflanzen gibt es kaum – das Angebot beschränkt sich meist auf Winterheide, die dieses Jahr zudem sehr knapp war. Übrigens war auch der vierblättrige Klee, der zu Silvester gern gesehenes Mitbringsel ist, kaum zu bekommen, denn ein Unglück wollte es, dass im letzten Jahr ein Kühlhaus mit Saatgut abbrannte, das 80 Prozent der holländischen Produktion belieferte.

Frühjahrsblumen lassen sich vielseitig einsetzen: Bei offenem Wetter kann man sie im Grunde gleich in den Garten pflanzen; sie blühen, wenn sie einmal aufgegangen sind, manchmal über Wochen. Friert es allerdings, dann ist die Blüte verloren. Der Pflanze selbst macht das allerdings nichts aus, sie kommt im Jahr darauf wieder. Überhaupt gibt es eine frohe Botschaft an Blumenfreunde: Frühblüher sind mit die unkompliziertesten Pflanzen, die man sich kaufen kann: etwas gießen, vielleicht ein bisschen Dünger, das war‘s. Man kann praktisch nichts falsch machen. Auch farblich gibt es keine Grenzen, eigentlich passt alles zu allem. Der Frühling kann schließlich nicht bunt genug sein!

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Wohnung, Balkon, Garten – alles geht

Die meisten entscheiden sich, die Frühjahrspflanzen in ihre Wohnung oder auf den Balkon zu stellen. In die Wohnung sollte man nur Zwiebelpflanzen stellen, also Krokusse, Narzissen, Tulpen, (Trauben-) Hyazinthen und ähnliche. Hinzu kommt, dass die Zimmertemperatur die Blüte enorm beschleunigt – in der Regel ist nach zehn Tagen die Pracht schon wieder vorbei. Verblühte Blumen kann man anschließend direkt in den Garten versetzen und pflanzen. Nur Tulpen haben es lieber, wenn man sie den Sommer über im Keller lagert und erst im Herbst in den Boden pflanzt. Sie sind anspruchsvoller als ihre Kollegen.

Länger hat man etwas von der Blüte, wenn die Blumen in Balkonkästen oder in Töpfen auf dem äußeren Fensterbrett stehen. Dann kann man sie bei Frostgefahr schnell hereinholen. Natürlich gibt es auch in der Wohnung eher warme und eher kühlere Plätze. Allerdings mag sich mancher, der sein Wohnzimmer mit Frühblühern schmückt, angesichts der Preise für Narzissen oder Hyazinthen auch denken: Was soll’s, dann wechsele ich eben häufiger, es kostet ja praktisch nichts.

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