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Richtig gießen: So überstehen Pflanzen den Sommer

20. Juli 2017

Man kann es kaum glauben, aber Gießen ist eine der anspruchsvollsten Tätigkeiten des Gärtners. 2017 war schon bislang ein warmes und vor allem zeitweise sehr trockenes Jahr, in dem bereits viel gegossen werden musste. Noch immer werden dabei allerdings vermeidbare Fehler gemacht. Was gilt es zu beachten, damit die Pflanzen gesund bleiben und das ganze Jahr über Freude machen?

Als Gärtner haben wir viele Möglichkeiten Pflanzen zu bewässern, wobei wir meist ganz klassisch mit Gießkanne und Schlauch arbeiten. Dabei gibt es fünf goldene Regeln zu beachten. Wer sie einhält, kann fast sicher sein, dass er seinen Pflanzen keinen Schaden zufügt.

  1. Durchdringend gießen.
    Damit das Wasser bis zu den Wurzeln gelangt, reicht es nicht, nur oberflächlich Wasser zu verteilen. Bei Töpfen sollte sich das Wasser nach dem Gießen im Untersetzer sammeln. Dann ist der Boden garantiert gut durchfeuchtet. Im Garten gilt: Besser morgens als abends gießen, denn morgens ist die Erde noch kühl und nimmt das Wasser besser auf. Am Ende eines heißen Sommertags dagegen verdunstet schon viel Wasser direkt auf der warmen Erde.
  2. Nie über Blätter und Blüten gießen.
    Das verhindert nicht nur, dass Wasser in die Erde gelangt, sondern verursacht außerdem den gefürchteten Brennglas-Effekt. Tropfen, die sich auf den Blättern sammeln, bündeln das Sonnenlicht wie eine Lupe und verbrennen die Pflanze. Ergebnis: braune, deformierte Blätter.
  3. Im Sommer die Erde flach hacken.
    Denn im Erdreich bilden sich Kapillaren. Das sind kleine, senkrecht aufsteigende Kanäle, die in porenartigen Öffnungen auf der Erdoberfläche enden. Durch sie verdunstet Wasser aus dem Erdreich. Wer flach hackt, unterbricht die Kapillaren und schafft eine Erdschicht, durch die nur noch wenig Wasser verdunsten kann.
  4. Regelmäßig nachdüngen.
    Häufiges Gießen wäscht Nährstoffe aus dem Boden, di e der Pflanze auf Dauer fehlen. Zwar muss nicht jede Pflanze nachgedüngt werden, zum Beispiel kann man Gehölze im Garten oder Kräuter in Ruhe lassen. Aber saisonale Ware, vor allem Blühpflanzen, freuen sich über Düngergaben und belohnen Sie mit ausdauernder Blüte.
  5. Vermeiden Sie Staunässe.
    Die einzigen Pflanzen, die Staunässe schätzen, sind Sumpf- und Wasserpflanzen. Alle anderen hassen sie. Daher sollte man nicht zu häufig gießen und vollstehende Untersetzer durchaus einmal leeren, wenn das Wetter feucht ist (außer bei Hortensien, die recht viel Wasser brauchen).

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Fahren Sie in den Sommerurlaub? Dann sind Sie gut beraten, einen Nachbarn zu bitten, auf Ihren Garten oder Ihren Balkon aufzupassen. Denn eine sommerliche Dürre übersteht kaum eine Pflanze ohne Wassergabe, schon gar nicht, wenn sie im Topf oder Kasten steht. Dasselbe gilt für Balkonpflanzen, die regengeschützt stehen. Der häufigste Fehler ist übrigens nicht, Pflanzen vertrocknen zu lassen, im Gegenteil: Weil sie es gut machen wollen, gießen viele Nachbarn die ihnen anvertrauten Pflanzen regelrecht tot. Übergossene Pflanzen sind nur schwer zu retten, das ist bei einer Pflanze mit Trockenschaden einfacher.

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