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Kann man Deko essen? Fragen wir den Kürbis!

21. September 2017

Menschen lieben Kürbisse. Wenn es draußen kühler wird, ist deren große Zeit gekommen: Leuchtend orange stehen sie auf den Terrassen und Treppenabsätzen, auf der Fensterbank oder dem Sideboard. Und sie erfreuen uns auch in der Küche: als Suppe, Püree oder gefüllt bereichern sie unseren Speisezettel. Schön, wenn Essen so dekorativ ist – beziehungsweise Dekoration so lecker ist. Eine kleine Kürbis-Kunde für Freunde des Herbstgemüses.

Der Kürbis ist eine Pflanze aus der neuen Welt und wurde auf dem amerikanischen Kontinent schon vor etwa 10.000 Jahren kultiviert. Als erstes, so vermutet man, waren die Menschen auf die nahrhaften Kerne aus, später züchtete man die Pflanzen so, dass sie nach und nach die Bitterstoffe aus dem Fruchtfleisch verloren und so zu einem wichtigen und wohlschmeckenden Gemüse wurden.

Kürbisse GC

Halloween – der „kleine Karneval“

Auch in Europa wurden die vielseitigen Kürbisse nach der Einführung schnell beliebt – zunächst als Zierpflanze in Schlossgärten und auf dem Teller der Noblesse. Sie gibt es bei uns also schon viel länger als den aus den USA übernommenen (aber eigentlich in Irland entstandenen) Halloween-Brauch Ende Oktober. Denn dieser wurde erst nach dem Krieg wirklich populär und eroberte Deutschland in den Achtziger und vor allem den frühen Neunziger Jahren. Gerade in Köln freute man sich zur Zeit der ausgefallenen Karnevalszüge 1990 und 1991 über eine alternative Gelegenheit sich zu verkleiden.

Vielleicht denkt man deswegen zuerst an die großen Schnitzkürbisse, die von innen beleuchtet so herrlich gruselig wirken. Diese gibt es zwar auch in essbaren Varianten, aber in der Regel sind sie darauf optimiert, dass man sie gut aushöhlen kann. Bei Dinger’s etwa gibt es jedes Jahr im Oktober das große Kürbisschnitzen für Kinder. Das Innere nimmt niemand mit, es schmeckt einfach nicht besonders gut. Dafür haben die Familien anschließend eine beeindruckende Fratze im Vorgarten stehen.

Kürbis Fratze

Gut aussehen oder gut schmecken? Oder beides?

Noch weniger käme man auf den Gedanken, die reinen Zierkürbisse zu essen, die vor allem mit bunten Farben und interessanten Formen beeindrucken: gelb, grün, knallrot oder weiß leuchten die eher kleinen Sorten wie Bischofsmütze oder Chamäleon, die zudem mit Warzen und Höckern ausgestattet sein können. Hier gilt: Je exotischer, desto besser! Einzig der „Golden Nugget“ eignet sich auch für die Küche.

Dagegen sind manche Kürbisse etwas für echte Feinschmecker. Allen voran der dunkelorange Hokkaido-Kürbis mit seinen feinen Geschmacksnoten. Etwas weniger bekannt, aber ebenso schmackhaft ist die Butternuss, die man fantastisch füllen kann, etwa mit Hackfleisch. Und dann gibt es noch den Surprise, auch Mikrowellen-Kürbis genannt. Ihn kann man wunderbar in der Mikrowelle garen: Man nimmt die Kappe ab, löffelt die Kerne aus und füllt ihn, etwa mit Kräuterquark. Auch Knoblauch harmoniert sehr gut mit dem Geschmack des Fruchtfleisches. Zum Schluss setzt man die Kappe wieder auf und lässt ihn ein paar Minuten in der Mikrowelle garen.

Wie lange hält ein Kürbis?

Es liegt also nahe, einen Kürbis einfach für eine Zeit lang aufzustellen, seine Wirkung zu genießen – und dann aufzuessen. Man kann ihn auch mit einem lustigen Gesicht bemalen. Fertig bemalte Exemplare gibt es auch bei uns zu kaufen. Nur: Wie lange dürfen sie stehen bleiben? Schließlich sind es Früchte und die halten nicht ewig.

Kürbisse Eingang

Mit ihrer widerstandsfähigen Schale halten sich Kürbisse In trockenen Jahren draußen manchmal bis in den Dezember hinein – vor allem, wenn sie geschützt stehen. Bei nassem Wetter dagegen neigen sie schnell zu Fäulnisbildung. Will man sie nicht essen, kann man vor allem kleinere Kürbisse auch durchtrocknen. Dann sind sie innen hohl und ganz leicht, weil das Fruchtfleisch auf einen Bruchteil seines Volumens schrumpft und an der ausgehärteten Schale bleibt. Manche Kürbisse trocknen so gut, dass sie ewig halten. Aus den Kalebassen, einer Flaschenkürbisart, macht man sogar Musikinstrumente und Trinkgefäße. Ist ein Kürbis dagegen faulig oder matschig geworden, entsorgt man ihn am besten auf den Kompost. Kürbisse machen gute, nährstoffreiche Erde.

Selbst ziehen ist einfach

Übrigens ist es sehr leicht, Kürbisse selbst zu ziehen. Sie sind relativ raumgreifend, weil ihre dicken, krautigen Triebe schnell wachsen und ranken. Aber sie stellen kaum Ansprüche. Selbst auf dem Balkon gelingt es immer wieder, schöne Kürbisse zu ziehen. Im April und Mai kann man sie als Pflanze ins Freie setzen oder zuvor aus Samen anzüchten. Kürbisse vertragen keinen Frost, daher sollte man hierfür die letzten kalten Nächte vorher verstreichen lassen.

Und natürlich gibt es für den Freund schöner Herbstdekoration auch reichlich Auswahl, die überhaupt nicht verderben kann: Kürbismotive aus Ton, Holz, Porzellan  oder Stein –in allen möglichen Variationen und kongenial ergänzt mit Igeln, Beeren, Blättern, Vogelscheuchen, gerne mit einem Platz für eine Kerze. Auch so kann wunderbar romantische Herbststimmung entstehen.

Kürbis Körbchen

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1 Kommentar

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    Antworten Dirk 12. November 2017 at 16:29

    Guter Artikel, bis auf eine Stelle: „Da die Schale nie mitgegessen wird“. So ein Quatsch, bei fast allen Kürbissen kann man die Schale mitessen (Hokaido, Butternut, …), da sie nach dem Kochen eh weich wird. Erst recht, wenn man eine Suppe draus macht. Da kann man sich das aufwändige Schälen echt sparen!
    Außerdem kann man Kürbis auch roh essen. Auch mit Schale! 🙂

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