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Wer rettet unsere nützlichsten Insekten?

22. Mai 2018

Die Insekten werden dramatisch weniger in Deutschland: Letztes Jahr im Oktober veröffentlichte der Naturschutzbund eine Studie, der zu Folge in 20 Jahren der Bestand um 75 Prozent zurückgegangen ist. Der Grund liegt vor allem in der intensiven Landwirtschaft, die Flächen veröden lässt und giftige Stoffe versprüht. Besondere Sorge macht vielen das Bienensterben: Obwohl es ohne Bienen kaum noch Lebensmittel im Regal gäbe und die Tiere einen Nutzen von vielen Milliarden Euro bringen, sind immer mehr Honigbienenvölker, vor allem aber Wildbienen, im Bestand gefährdet. Wir stellen vor, was Sie tun können, um die Bienen zu retten.

Es ist, als hätte man einen lauten Warnschuss gehört. Seitdem die NABU-Studie durch die Presse ging, ist das Verbot von gängigen Pflanzenschutzmitteln in der Diskussion, teils sogar schon auf dem Weg. Während Glyphosat (Handelsmarke „Roundup“) noch eingesetzt werden darf, sind die noch viel gefährlicheren Neonicotinoide schon bald im Freiland verboten. Denn diese Nervengifte töten Insekten direkt oder rauben ihnen den Orientierungssinn. Für Bienen aber kommt der Verlust der Orientierung einem Todesurteil gleich.

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Auch ohne Gift haben es die Bestäuber schwer: Aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus haben die Landwirte ihre Flächen immer intensiver genutzt und von Blütenpflanzen aller Art befreit. Das erleichtert die Ernte und fördert die Mengen. Für Insekten ist dies dagegen eine Katastrophe: Sie finden weder Schutz noch Nahrung und können auf Ackerland nicht überleben. Deshalb machen sich auch Bienen dort rar. Ein Penny-Markt bei Hannover räumte kürzlich für einen Vormittag alle Produkte aus dem Sortiment, die es ohne Bestäubung durch Bienen nicht gäbe. Die Kunden waren beeindruckt: es blieb kaum etwas zum Einkaufen übrig.

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Naturnahe Gärten bieten Bienen Lebensraum

Weil die Lage unverändert kritisch ist, gibt es auch dieses Jahr wieder eine gemeinsame Aktion des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit dem Verband der deutschen Gartencenter unter dem Titel „Jetzt Bienen füttern“. So gibt es zum Beispiel Pflanzwettbewerbe, um wieder mehr naturnahe Flächen zu schaffen. Schon seit einiger Zeit entwickeln sich in Deutschland die Städte zu wichtigen Refugien für Bienen. Was sie auf dem Feld nicht mehr finden, gibt es immer öfter in naturnah bewirtschafteten Gärten und Parks: Blütenpflanzen in Hülle und Fülle.

Wer als Gartenbesitzer etwas für Bienen tun möchte, hat sehr viele Möglichkeiten. Selbst auf einem kleinen Balkon kann man schon viel tun. Hier einige Tipps für Bienenfreunde:

  • Wiese ist besser als Rasen. Wenn Sie gerne mit Ihren Kindern Fußball kicken, Ihre Grillgarnitur aufstellen oder Picknickdecken ausbreiten, ist ein Rasen unschlagbar. Aber viele, gerade ältere und berufstätige Menschen empfinden einen Rasen häufig als Belastung, denn er braucht Pflege und Schnitt. Manche steigen dann auf Kies, Schotter oder ähnliches Totmaterial um. Viel besser für Bienen, Klima und auch das Auge: Ersetzen Sie den Rasen durch eine Blumenwiese. Die müssen Sie kaum je mähen, sie ist pflegeleicht und eine wahre Augen- wie Bienenweide.
  • Manche Blüten sind besonders bienenfreundlich. In kürzester Zeit haben Hersteller erkannt, wie drastisch die Nachfrage nach bienenfreundlichen Pflanzen innerhalb von Monaten gewachsen ist. Deshalb finden Sie immer häufiger entsprechende Hinweise und Logos auf Samentüten und Pflanzschildern. Hervorragende Bienenweiden sind zum Beispiel Lavendel, Verbene, Salbei und Stockrosen. Auch Schafgarbe, Aster, Ehrenpreis und Katzenminze sind sehr bienenfreundlich – und alle diese Stauden wachsen auch im Blumenkasten auf dem Balkon.
  • Vergessen Sie nicht die Hummeln und Wildbienen: Denen geht es noch schlechter als den Honigbienen, denn um sie kümmert sich kein Imker; ein Drittel der Wildbienenarten sind bereits vom Aussterben bedroht. Richten Sie ihnen ein Insektenhotel ein oder lassen Sie versteckte Ecken in Ihrem Garten einfach einmal ein paar Jahre unbearbeitet. Hier können Sie Kompost, Laub, Totholz oder Schredder sammeln, die Tiere werden es für den Nestbau gerne annehmen.
  • Schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Es gibt Pflanzen, die im Rheintal mit seinen lehmigen Böden eine lange Tradition als Stickstofflieferant haben. Allen voran die Lupine und die Phacelia, die auch zur Auflockerung der Böden beitragen. Deswegen wurden beide Arten früher großflächig auf Brachen gesät. Das können Sie auch: Wenn in Ihren Beeten Ruhe ist, dann eignen sich diese wunderschön blühenden Pflanzen hervorragend als Interim. Und: Es sind beides fantastische Bienenweiden.
  • Auch Obst zählt. Der schwere Kölner Boden ist gut geeignet für Apfelbäume, Himbeeren, Brombeeren und viele Wildobstarten wie Schlehe, Holunder und Felsenbirne. Wenn Sie außerdem noch Wein pflanzen, dann bekommen Sie vielleicht nicht unbedingt hochklassige Trauben, aber eine schöne Rankpflanze, die als Spätblüher einspringt, wenn das Baumobst schon Saison hatte.

Es ist wie überall: Was der Einzelne tut, fällt erst in der Summe auf. Trotzdem ist jede einzelne Tat sinnvoll, um Bienen zu helfen. Jeder Gartenliebhaber kann etwas für die Artenvielfalt und das Überleben der Honig- und Wildbienen tun. In unserem Sortiment finden Sie von der Blumenwiesenmischung über speziell bienenfreundliche Rosensorten bis zum fertigen Insektenhotel alles, was die Nützlinge brauchen. Und unsere Mitarbeiter beraten Sie mit vollem Engagement, denn auch ihnen liegen Bienen sehr am Herzen.

Bienchen&Blümchen

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