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Nach der Dürre kommt jetzt die Pflanzzeit

7. September 2018

Konnten Sie sich diesen Sommer um die Bewässerung Ihrer Pflanzen kümmern? Böse Überraschungen gab es für Urlaubsrückkehrer, denn über die gesamten Sommerferien hatte es in Köln nur an vier Tagen nennenswert geregnet – dafür stiegen die Temperaturen wochenlang auf Höchstwerte zwischen 30 und 40 Grad. Viele Gärten geben immer noch ein karges Bild ab und bald wird sich zeigen, welche Pflanzen die Trockenheit überstanden haben. Die gute Nachricht: Jetzt beginnt die optimale Pflanzzeit! Sie haben die Chance, gelichtete Reihen schnell zu schließen und im nächsten Jahr wieder viel Grün und volle Blütenpracht zu genießen.

Warum gerade jetzt pflanzen? Eigentlich ist man es doch heutzutage gewohnt, dies nach Gusto zu tun – und nach einer überstandenen Dürre möchte man glauben, dass der Zeitpunkt alles andere als günstig ist. Aber der Herbst ist und bleibt die günstigste Zeit für das Einsetzen neuer Pflanzen. Gerade Stauden und Zwiebelpflanzen, aber auch viele Gehölze profitieren davon, wenn sie sich nach der letzten Sommerhitze und vor dem ersten Frost schon einmal einleben können.

Denn in dem noch warmen Boden hat die Pflanze viel Zeit und Gelegenheit, die Wurzeln in ihre neue Umgebung wachsen zu lassen. Viel Ruhe im Herbst baut den Verpflanz-Stress schnell ab. Je mehr Wurzeln sich in den Herbstmonaten bilden können – und das tun sie bei Temperaturen über fünf Grad Celsius – desto robuster gehen die Pflanzen in den nächsten Frühling. Sobald eine längere Regenperiode einsetzt, werden die Hohlräume um die Wurzeln gefüllt und die Erde umgibt diese vollständig. Beste Voraussetzungen, um ein eventuell trockenes Frühjahr gut zu überstehen.

Weniger Stress im Frühjahr

Natürlich ist es wichtig, dass neue Pflanzen nicht in staubtrockene Erde gesetzt werden. Noch hat es nicht so viel geregnet, dass die Erde wieder komplett durchfeuchtet wäre. Gerade unter größeren Bäumen ist der Boden teils immer noch hart wie in der Steppe. Aber dort, wo sich Regen sammeln konnte, sieht man Gräser und Stauden wieder neu austreiben. Wer schon die Septemberwärme nutzen will, kann punktuell nachhelfen, indem er dort wässert, wo die neue Pflanze stehen soll. Am besten mit bodennaher, dauerhafter Beregnung über mehrmals mindestens zwanzig Minuten. Denn dann dringt das Wasser tief genug in den Boden ein. Wenn Sie den ganzen Garten neu bepflanzen wollen, warten Sie lieber noch, bis es wirklich viel geregnet hat. Denn wenn der Altweibersommer zuschlägt, haben Sie sonst alle Hände voll zu tun.

Besonders Rosen, Obst und Nadelgehölze sind dankbar für das Setzen im Herbst. Und bei stark blühenden und allen Früchte tragenden Pflanzen bemerken Sie den Effekt unter Garantie, weil im Frühjahr dann nicht so viele Stressfaktoren zusammenkommen und Blüte wie Ernte reicher ausfallen. Das gilt umso mehr, je früher die Blüte einsetzt. Krokusse und Narzissen sollten also nicht erst im März in den Boden, sondern möglichst bald. Bei uns finden Sie derzeit wieder eine riesige Auswahl an Blumenzwiebeln – von der zierlichen Traubenhyazinthe bis zum beeindruckenden Riesenknoblauch.

Jetzt ist die größte Pflanzen-Auswahl

Aber ist Ihr Garten wirklich tot? Manches neue Grün überrascht Sie womöglich, wenn der Boden wieder richtig feucht ist. Dann treiben Ziergräser, aber auch Blühpflanzen wie Phlox oder Rittersporn noch einmal neu aus. Andere, wie Iris und Pfingstrose, speichern Wasser in den Wurzelstöcken und kommen vielleicht im nächsten Frühjahr zurück. Schneiden Sie halb vertrocknete Stauden und Gehölze zurück, wenn Sie sehen, dass noch Leben in ihnen steckt – aber nicht zu früh, es muss erst ordentlich geregnet haben. Wenn Ihre Hortensien den Sommer überlebt haben, schneiden Sie die verblühten Teile ab und warten Sie auf den nächsten Frühsommer.

Viele Flachwurzler, neben Hortensien auch Holunder, Forsythie oder der so beliebte wie durstige Rhododendron, sind in Köln allerdings oft nicht über die Runden gekommen. Ein Trost: Jetzt im Frühherbst gibt es eine sehr reiche Auswahl an allen möglichen Stauden und Gehölzen. Entscheiden Sie sich für Ersatz – oder überlegen Sie, ob Sie dem Garten nicht bei der Gelegenheit neue Akzente geben wollen. Viele mediterrane Pflanzen zum Beispiel vertragen das rheinische Klima immer besser. Rispenhortensien sind dürreresistenter als die gewöhnlichen Vertreter. Und wenn Sie in den nächsten Sommerferien wieder weg sind und Ihren grünen Rasen lieben: vielleicht lohnt sich ja ein Bewässerungssystem.

 

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