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Nächste Kultpflanze: Alocasia

9. März 2020
Auf diesem Bild sieht man die Blätter einer Alocasia. Der Stengel ist hell- und dunkelgrün panachiert. Im Hintergrund sieht man die Dächer eines Gewä

Pfeilblatt, Elefantenohr oder Skelettpflanze: die Alokasie (botanisch: alocasia) hat bereits viele interessante Namen bekommen, die sich allesamt auf ihre beeindruckenden, großen und oft stark gerippten Blätter beziehen. Die kräftigen Stiele und die Größe der Blätter lassen sie in ihrer Heimat Borneo sogar zu einer ganz besonderen Nutzpflanze werden, denn man verwendet sie bei tropischen Güssen gerne als Regenschirm. Auch in Innenräumen hat das Pfeilblatt großes Potenzial – und feiert bereits ein Comeback als neue Kultpflanze.

Nach Deutschland kam die Alokasie in den Fünfzigern und wurde in der Nachkriegszeit zu einer sehr beliebten Zimmerpflanze. Zu Recht, denn sie kann überaus dekorative Blätter ausbilden, die je nach Zuchtform mit erstaunlichen Farben und Formen auffallen. Meist sind sie mittel- bis dunkelgrün und manche tragen einen bläulichen Schimmer, der den Glanz leicht metallisch wirken lässt. Im Kontrast dazu stehen die hellgrünen bis weißlichen, sehr stark ausgeprägten Blattrippen. Es gibt mindestens 70 Arten und eine große Auswahl an Zuchtformen, die häufig auch untereinander gekreuzt werden.

Die wichtigsten davon sind die weit verbreitete alocasia amazonica mit wunderschönen weiß-grünen Zeichnungen, die seltenere alocasia cuprea mit edel wirkenden, kupferfarbenen Blättern, die alocasia lowii mit dunklen, sehr spitzen Blattformen und die alocasia macrorrhizos, deren Blätter die größten im ganzen Pflanzenreich sind und einen Quadratmeter groß werden können. Daneben gibt es Arten mit violetten, rötlichen oder fast schwarzen Blattfarben, samtartiger Oberfläche, Sprenkeln, Panaschierungen und unterschiedlich gefärbten Blattseiten. Die alocasia sanderiana ist die pflegeleichteste Art, daher wird sie von allen am meisten verkauft. Ihre Triebe sind nicht ganz so groß und machen die Pflanze zu einem guten Wohnzimmergesellen.

Das Pfeilblatt passt in üppige und sachliche Umgebungen

Mit dem Revival der Zimmerpflanzen ist auch die Alokasie wieder aus dem Schatten getreten, in dem sie einige Jahrzehnte ein wenig beachtetes Dasein fristete. Die vielen Spielarten machen es möglich, sie als beeindruckenden Solitär wirken zu lassen oder, bei kleinerem Wuchs, in Gruppen aufzustellen. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, seine Wohnwelt aufzuwerten:

  • Zum einen ist das Pfeilblatt ein bereichernder Bestandteil eines kleinen „Heim-Dschungels“. Zusammen mit Palmen, Anthurien, Einblättern oder Monsteras können regelrechte Mini-Biotope entstehen, die verschiedene optische Effekte miteinander kombinieren und ein sehr abwechslungsreiches, üppig-grünes Bild abgeben. Ganze Wände scheinen sich hinter solchen Arrangements aufzulösen. Manche Liebhaber komplettieren den Dschungelstil mit Korbmöbeln, Ledersofas und asiatischen Antikmöbeln. Im Ergebnis entsteht ein tropisch-exotisches Ambiente.
  • Zum anderen eignen sich genau umgekehrt die eher sachlich-schlichten Umgebungen mit unbunten Farben und geometrischen Formen als Bühne für schöne Einzelexemplare. In modernen Wohnzimmern, Arbeitsräumen oder auch Küchen, die oft in Weiß gehalten sind, kommt das Pfeilblatt mit seinen markanten Formen und Farben besonders zur Geltung, denn es durchbricht und belebt die klare, glatte Linienführung. Auch deshalb ist es wohl mittlerweile eine beliebte Büropflanze geworden.

Die Alokasie hat Ansprüche – und ist trotzdem sehr beliebt

Zimmerpflanzenliebhaber versuchen sich immer öfter an dieser eigentlich eher anspruchsvollen Pflanze. Im Gegensatz zu Sukkulenten oder anspruchslosen Arten wie Bogenhanf oder Yucca braucht sie regelmäßige und wohldosierte Wasser- und Düngergaben. Auch die Wahl des Standortes ist nicht ganz einfach, denn sie verträgt Dunkelheit nicht besonders gut. Steht sie zu dunkel, treiben ihre Blätter stark aus und können dann instabil werden. Andererseits mag sie auch keine Mittagssonne, weswegen sie besser an einen westlich oder östlich ausgerichteten Platz gestellt wird.

Wichtig ist es, der Alokasie konstante Wärme über 20 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit zu bieten. Vor allem die Feuchtigkeit ist in bewohnten Räumen durchweg niedriger als es dem Tropengewächs lieb ist, deshalb sollte man Pfeilblätter regelmäßig mit Wasser einsprühen. Dünger sollte man ins Gießwasser geben, so schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe – und die Pflanze verträgt das auch besser.

Es ist also keine Wissenschaft, eine Alokasie so zu halten, dass man lange Freude an ihr hat; nur vernachlässigen darf man sie nicht. Und genau das ist es, was sie in den Augen vieler Liebhaber gerade so interessant macht. Pflege hat mittlerweile einen eigenen Kultfaktor erworben.

Sich eine anspruchslose Pflanze ins Zimmer stellen kann ja schließlich jeder.

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