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Leere Straßen, volle Balkone: der sommerliche Frühling 2020

26. März 2020
Balkon bepflanzt mit Alpenveilchen und Efeu. Man sieht außerdem zwei kleine Gehölze links und rechts auf dem Balkon.

Coronavirus und strahlender Sonnenschein haben den Frühling in diesem Jahr zu einem Erlebnis gemacht, das wohl niemand so schnell vergessen wird. Schon seit mehr als einem Monat lang zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite – während Cafés, Restaurants und Geschäfte geschlossen bleiben. Die meisten von uns erleben den stillen, sommerlichen Frühling mit blauem Himmel und leeren Straßen vor allem zuhause. Glücklich schätzt sich, wer einen eigenen Garten, einen Balkon oder wenigstens einen Park in der Nähe hat. Blumen jedenfalls sind gefragt wie lange nicht – und auch Gemüse und Kräuter werden viel gekauft.

Die Frühblüher haben uns in diesem Jahr schon ab Februar viel Freude gemacht, denn der Winter fiel rekordmild aus. Weil die Saison entsprechend nach vorne verschoben wurde, sind mittlerweile schon alle Sommerblüher ausgeliefert. Zwar ist es schwierig, genügend Pflanzen von den Gartenbaubetrieben zu erhalten – viele von ihnen arbeiten mit reduziertem Personal. Aber die Auswahl ist reich wie immer.

Große Auswahl schon sehr früh im Jahr

Allen voran stehen Petunien und Geranien, die Dauerbrenner für Balkon und Garten, auf dem Zettel. Zugleich stocken wir unsere Bestände an Kräutern auf. Fast alle können jetzt schon in den Garten – Vorsicht ist nur bei den Einjährigen geboten, die noch unter Spätfrösten leiden können. Dagegen sind Thymian, Rosmarin und Minze schon fit fürs Einpflanzen. Wir haben Dutzende Arten im Angebot, darunter viele der zunehmend beliebten Exoten.

Nahaufnahm

Auch Gemüse hat bereits Saison. Nicht jeder zieht gerne selbst vor, sondern greift lieber zu den Pflänzchen, die sich ohne großen Aufwand direkt ins Beet pflanzen lassen. Tomaten und Paprika, Gurken und Salat, Kohl und Kürbis stehen bereit und warten auf den Einsatz. Aber Achtung: normalerweise sollte man tatsächlich noch die Eisheiligen abwarten, denn es gibt noch regelmäßigen Nachtfrost und Kälteeinbrüche haben wir in den letzten Jahren noch Ende April beobachten können. Wer jetzt schon zur Tat schreitet, sollten einen geschützten Standort unter Glas wählen.

Raus aus der Dürre – rein in die Dürre

Bienenfreundliche Blumen stehen bei vielen Gärtnern hoch im Kurs, etwa der kräftig blauviolett blühende Ziersalbei oder die Vanilleblume. Selbst die Rosen machen sich schon für Sie schön, denn ihre große Zeit steht schon unmittelbar bevor. Unsere Kunden berichten, dass manche Sorten im Winter nicht einmal das Laub vollständig abgeworfen haben und bereits erneut kurz vor der Blüte stehen. Einige Exemplare haben sogar regelrecht durchgeblüht, was angesichts des Wasserangebots und der milden Temperaturen möglich war.  Der Winter hat uns zwar kein Rodelwetter gebracht, aber dafür eines geschafft: mit den gewaltigen Regenmengen war Mitte März die Dürre im Boden der Kölner Bucht weitgehend beendet.

Dafür ist seitdem wieder kaum ein Tropfen vom Himmel gekommen. Die Sonne scheint bis zu 14 Stunden am Tag, dazu geht oft ein äußerst trockener Ostwind. Noch ist in der Tiefe genug Wasser vorhanden, aber an der Oberfläche geraten die Pflanzen bereits wieder unter Trockenstress und das Gras in den Parks verfärbt sich langsam wieder gelb. Noch ist nicht sicher, ob sich erneut eine Dürre entwickeln wird, aber das Gießen sollte nicht vergessen werden, gerade jetzt, wo so viele neue Pflanzen ins Beet finden. Vergessen Sie auch nicht die Tiere: Vögel, Insekten, Eichhörnchen und Igel finden derzeit kaum Wasser. Stellen Sie ein paar flache Schalen auf und befüllen Sie sie regelmäßig – die Tiere werden es Ihnen danken.

Der Klimawandel beeinflusst die Wahl der Gartenpflanzen

Die immer längeren und häufigeren Trockenperioden haben unsere Kunden sensibel gemacht:

  • Zum einen entscheiden sich Hobbygärtner zunehmend für trockenheitsresistente Pflanzen, zum Beispiel Lorbeer, Lavendel, Steppensalbei oder Eisenkraut. Überhaupt stehen Stauden hoch im Kurs, denn sie speichern gut Wasser und wurzeln tiefer, müssen weniger gepflegt werden und bereichern trotzdem den Garten je nach Sorte mit schönem Wuchs, farbigem Laub und langanhaltender Blüte.
  • Zum anderen sind Bewässerungssysteme hoch im Kurs, denn sie spenden dringend darauf angewiesenen Arten wie Rhododendron, Hortensien und natürlich dem beliebten Rasen regelmäßige Wassergaben – auch dann, wenn niemand gießen kann. Hier tut sich viel: Wir haben in unserer Technik-Abteilung ein neues, solarbetriebenes System, das wir demnächst ausführlich vorstellen.

Jetzt beginnt übrigens die beste Pflanzzeit für immergrüne Pflanzen. Derzeit ist der Boden zwar sehr trocken, aber zur nächsten feuchten Wetterperiode lohnt sich die Arbeit, denn dann können die Wurzeln noch gut austreiben, bevor im Sommer erneut längere Trockenheit droht. Achten Sie auch darauf, dass die Erde in Ihrem Garten genügend Humus enthält, denn der gibt nicht nur Nährstoffe ab, sondern speichert auch Wasser besonders gut. Eine Mulchauflage schützt zusätzlich vor Austrocknung.

Es ist für viele kaum zu glauben, dass wir immer noch Frühling haben, soviel Sonne haben sie dieses Jahr schon abbekommen. Zugleich ist die Zeit der Corona-Schutzmaßnahmen auch belastend: Arbeit, Schule und Kinderbetreuung spielen sich nur noch zuhause ab, Ausflüge fallen aus. Umso wichtiger ist, dass Sie gute Laune behalten, es sich schön einrichten und unsere Hobbys pflegen. Während in den letzten Jahren zum Beispiel unkomplizierte und anspruchsarme Pflanzen im Trend waren, entdecken in dieser Zeit viele Menschen ihren grünen Daumen und entscheiden sich ganz bewusst für die Pflanzenpflege.

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